Schulelternbeirat

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Nachprüfung

Hat Ihr Kind die Versetzung nicht geschafft? Könnte es in einer Prüfung seine Note auf »ausreichend« verbessern und wäre damit versetzt worden?

Dann wäre zu überlegen, ob es eine Nachprüfung machen kann. Darüber entscheidet die Versetzungskonferenz. Sind die beteiligten Lehrer der Ansicht, Ihr Kind würde es schaffen, in der nächsthöheren Klasse erfolgreich mitzuarbeiten, werden sie es in der Regel zur Nachprüfung zulassen. Die Entscheidung darüber muss vor Beginn der Sommerferien getroffen werden.

Sollte die Versetzungskonferenz die Zulassung ablehnen, muss dies begründet werden. In diesem Fall haben Sie das Recht, zum Schulleiter zu gehen und seine Hilfe zu erbitten. Sollte auch er ablehnen und Ihnen erscheinen alle Begründungen seitens der Schule nicht überzeugend, bleibt Ihnen die Möglichkeit, beim Schulleiter oder der ADD Widerspruch einzulegen.

Keine Möglichkeit zur Nachprüfung gibt es am Ende des sechsten Schuljahres, wenn Ihr Kind die Empfehlung bekommen hat, vom Gymnasium auf eine Realschule zu wechseln. Ist Ihr Kind zur Nachprüfung zugelassen, müssen Sie der Schule innerhalb von drei Kalendertagen mitteilen, ob und in welchem Fach Ihr Kind die Nachprüfung machen soll. Anschließend berät Sie der/die Lehrer/in, bei der/dem Ihr Kind im letzten Jahr Unterricht hatte über eine sinnvolle Vorbereitung.

Findet die Nachprüfung in einem Hauptfach statt, muss Ihr Kind eine schriftliche Prüfung (vergleichbar mit einer Klassenarbeit) und mündliche eventuell eine mündliche Prüfung absolvieren, in Nebenfächern ist es eine mündliche Prüfung von 15 Minuten Länge. Die Nachprüfung findet spätestens am letzten Tag der Sommerferien statt.

Hat Ihr Kind die Prüfung bestanden, erhält es ein Zeugnis mit einem entsprechenden Vermerk. Die Zeugnisnote ändert sich dadurch nicht.

Das sagt das Gesetz dazu

»Versetzung aufgrund einer Nachprüfung«

§ 68 ÜSchO

(1) Wird eine Schülerin oder ein Schüler der Klassenstufen 6 bis 9 […] des Gymnasiums […] nicht versetzt, so kann eine Nachprüfung in einem unter »ausreichend« liegenden Fach durchgeführt werden, wenn die Verbesserung bereits um eine Notenstufe in diesem Fach zur Versetzung führen würde. In besonderen Fällen (§ 71) kann unter den Voraussetzungen des Satzes 1 eine Nachprüfung in zwei Fächern durchgeführt werden.

(2) Eine Nachprüfung findet nicht statt, wenn eine Schülerin oder ein Schüler der Klassenstufe 6 nicht versetzt wird und am Ende der Klassenstufen 5 und 6 die Empfehlung erhalten hat, den Bildungsgang zu wechseln (§ 54 Abs. 3 Satz 1 SchulG, § 20 Abs. 4 Satz 2).

(3) Die Schülerin oder der Schüler ist versetzt, wenn aufgrund der Ergebnisse der Nachprüfung die Versetzungsanforderungen (§§ 65, 66, 67) erfüllt werden. Das Jahreszeugnis erhält den Vermerk: »Die Schülerin/Der Schüler wird aufgrund der Nachprüfung vom … im Fach … in die Klassenstufe … versetzt.«

Die Noten des Jahreszeugnisses werden durch die Nachprüfung nicht verändert.

»Zulassung zur Nachprüfung«

§ 69 ÜSchO

(1) Die Versetzungskonferenz (§ 64 Abs. 4) lässt die Schülerin oder den Schüler gemäß § 68 Abs. 1 zur Nachprüfung zu, wenn sie oder er in der nächsthöheren Klassenstufe voraussichtlich erfolgreich mitarbeiten kann. Die Entscheidung wird den Eltern unverzüglich schriftlich mitgeteilt. Die Nichtzulassung ist zu begründen.

(2) Wird die Schülerin oder der Schüler zur Nachprüfung zugelassen, unterrichten die Eltern die Schule innerhalb von drei Kalendertagen nach Zugang der Mitteilung, ob und in welchem Fach sich die Schülerin oder der Schüler der Nachprüfung unterziehen soll.

(3) Wird der Antrag abgelehnt und haben die Eltern Einwände gegen den Beschluss der Klassenkonferenz, so können sie diese der Schulleiterin oder dem Schulleiter vortragen. Die Schulleiterin oder der Schulleiter berät die Eltern und entscheidet, ob der Beschluss nach § 27 Abs. 6 SchulG beanstandet wird. Die Rechtsbehelfe der Eltern im Übrigen bleiben unberührt.

(4) Die Fachlehrkraft, die die Schülerin oder den Schüler im letzten Schuljahr unterrichtet hat, berät die betroffene Schülerin oder den betroffenen Schüler und die Eltern. Sie gibt Hinweise auf den inhaltlichen Rahmen der Nachprüfung und unterbreitet Vorschläge für eine geeignete Vorbereitung.

(5) Die Entscheidung der Schule über die Zulassung zur Nachprüfung ist vor Beginn der Sommerferien abzuschließen.

»Durchführung der Nachprüfung«

§ 70 ÜSchO

(1) Die Nachprüfung in Fächern, für die Klassenarbeiten vorgeschrieben sind, gliedert sich in eine schriftliche und, sofern dies zur Sicherung der Entscheidung erforderlich ist, in eine mündliche Prüfung. In Fächern, für die keine Klassenarbeiten vorgeschrieben sind, findet eine mündliche Prüfung statt; in Ausnahmefällen kann die mündliche Prüfung in geeigneten Fächern durch eine praktische Prüfung ersetzt werden.

(2) Gegenstand der Nachprüfung sind Lernziele und Lerninhalte des Faches aus dem letzten Schuljahr, insbesondere jene, in denen die Schülerin oder der Schüler Mängel gezeigt hat. Die schriftliche Prüfung entspricht in Umfang und Anforderungsgrad einer Klassenarbeit (§ 52). Die mündliche Prüfung dauert in der Regel 15 Minuten. Die Dauer der praktischen Prüfung richtet sich nach der gestellten Aufgabe.

(3) Die Schulleiterin oder der Schulleiter bestimmt die Lehrkraft, die die Nachprüfung durchführt; in der Regel wird dies die Fachlehrkraft sein, die die Schülerin oder den Schüler im letzten Schuljahr unterrichtet hat. Die Fachlehrkraft bestimmt die Prüfungsaufgabe, bewertet die Prüfungsleistung und setzt, sofern mehrere Prüfungsleistungen erbracht wurden, eine Endnote fest. An der mündlichen und praktischen Prüfung nimmt eine Lehrkraft als Protokollführerin oder Protokollführer teil (§ 87).

(4) Die Nachprüfung findet spätestens am letzten Tag der Sommerferien statt.